Heute steht die Obermühle als Lost Place
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 ein stilles Zeugnis vergangener Zeiten
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 in dem die Geschichten der Familien Berner, Beltz und Klenk noch nachklingen.
Bereits während des Dreißigjährigen Krieges befand sie sich im Besitz des Müllers Michael Berner.
Nach ihm führte sein Sohn Hans Jörg Berner (1630–1693) die Mühle, der sie wiederum an seinen Sohn Johann Jakob Berner (1678–1703) weitergab.
Mit dem frühen Tod von Johann Jakob Berner im Jahr 1703 änderte sich die Geschichte der Mühle entscheidend. Seine Witwe Ursula Stiefel heiratete noch im selben Jahr, am 28. August 1703, den Müller Johann Michael Beltz (1678–1742) aus der angesehenen Rüflensmühle bei Oppenweiler. Durch diese Heirat ging die Obermühle in den Besitz der Beltz-Familie über – ein klassisches Muster unter Müllern, bei dem Witwenheiraten den Fortbestand des Betriebes sicherten.
Johann Michael Beltz führte die Mühle erfolgreich weiter. Sein Sohn Johann Heinrich Beltz (1704–1767) übernahm später den Betrieb. Da dieser keine Söhne hatte, ging die Mühle durch die Heirat seiner Tochter an Jakob Klenk aus Marhördt über. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts blieb sie somit in dieser erweiterten Familienlinie.
Parallel dazu betrieb Johann Michael Beltz junior (Sohn aus zweiter Ehe) bis 1759 das Gasthaus in Obermühle.
Die Beltz – eine klassische Müller-Dynastie
Die Beltz (auch Belz oder Beltzen) waren seit dem späten 16. Jahrhundert eine der bedeutendsten Müllerfamilien der Region. Bereits um 1570 ist Mattes Beltz als Müller auf der Rüflensmühle an der Murr nachweisbar. 1686 erwarb Hannß Jacob Beltz (Vater des Johann Michael) die Rüflensmühle von seinem Stiefvater für die beträchtliche Summe von 1000 Gulden. Die Familie blieb dort über Generationen verwurzelt und war auch mit anderen Mühlen im Murr- und Rottal vernetzt.
Die Heirat von 1703 verband zwei wichtige Flusstäler: das Murrtal (Rüflensmühle) mit dem Rottal (Obermühle). Solche Verbindungen waren typisch für die Müllerzunft, die durch Heiraten, Erbrecht und fachliches Wissen ihre Stellung sicherte. Die Müller im Limpurger Land und im Rems-Murr-Gebiet waren relativ wohlhabend, mussten jedoch hohe Abgaben an die Grundherren (u. a. Limpurg und Sturmfeder) leisten und waren regelmäßig Risiken wie Hochwasser, Reparaturen und Ernteausfälle ausgesetzt.
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FotoS 2019: Jürgen Küenzlen

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