Der Lost Place ist das ehemalige Turbinenhaus einer Wasserkraftanlage im Wieslauftal, das eng mit der Firma Bauknecht verbunden ist. Es handelt sich um eine verlassene Industrieruine im Schwäbisch-Fränkischen Wald nahe Welzheim, ein Highlight für Urbex-Enthusiasten. Die Anlage liegt etwa 500 Meter von der Laufenmühle entfernt, entlang des Wieslaufbachs, und ist Teil eines geschützten Bannwalds.
Geschichte und Hintergrund
Bau und Betrieb:
Das Turbinenhaus wurde 1928 von der Metallwarenfirma Haasis & Hahn errichtet. Es nutzte die Wasserkraft der Wieslauf durch einen oberhalb gelegenen Stausee. Wasser wurde über zwei Druckrohrleitungen mit hohem Druck zur Turbine geleitet, um Strom für die Fabrik zu erzeugen. Die Anlage war ein Beispiel für frühe Industrieelektrifizierung in der Region.
Verbindung zu Bauknecht:
Nach dem Bankrott von Haasis & Hahn im Jahr 1934 (nach nur sechs Jahren Betrieb) übernahm die Firma Bauknecht (bekannt für Haushaltsgeräte) die Hauptfabrik in der Nähe. Das Turbinenhaus selbst wurde jedoch stillgelegt und nicht weiter genutzt. Es ist daher als "ehemaliges Elektrizitätswerk von Bauknecht" bekannt, obwohl Bauknecht es nicht selbst gebaut hat.
Stilllegung:
Seit den 1930er Jahren verfällt der Ort. Er wurde nie abgerissen, da er im Naturschutzgebiet liegt.
Er hat sich zu einem klassischen Lost Place entwickelt – ein Relikt der Industriegeschichte, das von der Natur zurückerobert wird.
Aktueller Zustand
Beschreibung der Ruine:
Es handelt sich um ein verfallenes Ziegelgebäude mit fehlenden Wandsteinen, zerbrochenen Fenstern (nur Glassplitter übrig), rostigen Metallteilen wie schweren Türen, Schaltanlagen und großen Riegeln. Der Innenraum ist von Moos, Pflanzen und Vegetation überwachsen, Ziegel bröckeln, und tote Bäume mit Flechten umgeben den Ort. Die Atmosphäre ist mystisch und fotogen.
Geborstene Druckwasserleitung:
Die zwei Druckrohrleitungen sind ein markantes Feature: Sie überqueren eine Brücke über die Wieslauf in der Nähe eines kleinen Wasserfalls. Die Leitungen sind stark beschädigt – beschrieben als "zerklüftete Druckrohrleitungen", was auf Risse, Brüche oder Platzen hinweist. Es gibt keine expliziten Berichte über einen spezifischen Unfall oder eine "geborstene"  Leitung, aber der Verfall deutet auf langfristige Schäden durch Witterung und Alter hin. Sie sind sichtbar und Teil des Weges zur Ruine, verrostet und brüchig.

You may also like

Stiftskirche
03/2026
Stiftskirche St. Pankratius, Backnang
Kapelle auf der Insel Monrepos
01/2026
Eine verlassene Kapelle auf der Insel im Schlosspark Monrepos. Einst Teil einer romantischen Garteninszenierung des 18. Jahrhunderts, heute ein stiller Lost Place – unzugänglich, überwuchert und voller Geschichte. Ein Ort zwischen Andacht, Verfall und Zeitstillstand
Der Schebbes-Turm
02/2026
„Der alte Wasserturm Schönbühl (1916) – verstecktes Juwel hoch über dem Remstal bei Weinstadt-Beutelsbach. 22,5 m hohes Denkmal der frühen Landeswasserversorgung, heute außer Betrieb und von Wald umgeben. Einst 20.000 Liter Wasserdruck fürs Tal – heute romantischer Lost Place mit Antennen und Märchenwald-Atmosphäre.
Kurhaus Sand
07/2025
Gasthaus und Kurhaus Sand 1874–1994
Amaryllis & HerzLicht
01/2026
Eisenbahnbrücke
08/2025
Die Bahnlinie von Marbach nach Beilstein wurde als 750 mm Schmalspurbahn im Jahr 1894 eröffnet.
Bahnhofsgeschichten, rund ums Gäu mit der Panoramabahn
01/2026
Alter Bahnhof Hedelfingen - Hasenbergturm - Haltepunkt Wildpark -Club/Wildparkstüble - Heslacher Wasserfällen
Backnang - letzte Ruhestätten
02/2026
Stadt- & Waldfriedhof 11/2023 bis 01/2026
Soldner Mühle
05/2026
Die Soldner Mühle (auch Reinhard Soldner Mühle) liegt in Bernhalden, einem kleinen Weiler und verharrt in tiefem Schlaf seit 14 Jahren.
Wasserturm Degerloch - Waldau
02/2026
Der Wasserturm Degerloch ist ein markantes Industriedenkmal von 1912: Ein 28 m hoher, polygonaler Ziegelbau mit rot-brauner Klinkerfassade, weißen horizontalen Bändern, achteckigem Grundriss, Sprossenfenstern und roter Ziegeldachhaube mit Spitze. Er steht unter Denkmalschutz als technikgeschichtliches Zeugnis der frühen kommunalen Wasserversorgung (400 m³ Stahlbetonbehälter). Umgeben von Grün nahe Fernsehturm und Bopser – ein elegantes, etwas verwittertes Relikt in hügeliger Landschaft.
Back to Top