Lage & Architektur
Das Untere Schloss liegt im südöstlichen Teil von Alfdorf an der Unteren Schlossstraße, nahe dem Schweizertal.
Es besteht aus einem dreigeschossigen, massiven Steingebäude mit Staffelgiebeln, dazu gehören Wirtschaftsgebäude im Westen und Norden sowie ein umschlossener Hofraum.
Auffällige Merkmale: zwei Erker an der Hofseite (ca. 3 m hoch, enden auf Traufhöhe) und ein rechteckiger Erker mit Zeltdach zur Gartenseite, vermutlich ein Aborterker.
Torhaus & Lust- und Glashaus
Ein Torhaus wurde 1720 errichtet: fast quadratisch mit massivem Erdgeschoss, Fachwerkgeschoss und Pyramidendach. Es besitzt ein Rundbogentor sowie eine Fußgängerpforte.
Das ehemalige „Lust- und Glashaus“ im Schlossgarten ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau, auf der nordwestlichen Seite gemauert, mit zwei Zwerchhäusern zur Straße und zum Garten.
Geschichte & Nutzung
Erbaut um das Jahr 1550; damit ist es das ältere der beiden Schlösser in Alfdorf.
1628 erwarb Georg Friedrich vom Holtz das Schloss, und zwischen 1686–1688 erfolgte unter Sebastian Vogt ein Umbau.
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts diente es als Hauptwohnsitz der Familie vom Holtz.
Das „Lust- und Glashaus“ wurde 1763 erbaut, 1814 ersetzt, 1834 zu einer Brauerei umfunktioniert, in den Jahren 1846/47 durch ein Gewächshaus erweitert und 1972 um einen östlichen Teil ergänzt.
Naturdenkmal - Alte Linde
Direkt am Schloss befindet sich eine beeindruckende Sommerlinde, offiziell als Naturdenkmal unter Schutz (seit 1979).
Der Baum wurde durch einen Blitzschlag in den Jahren 1884/85 stark beschädigt.
Heute stehen vier vitale Teilstämme mit Umfang zwischen 230 und 450 cm, die Krone misst rund 25m.

1908 wurde im Zentrum der alten Linde eine junge Winterlinde gepflanzt, die inzwischen selbst schon prächtig gewachsen ist.
Der Baum war bereits 1911 im Schwäbischen Baumbuch erwähnt.

Laut historischen Berechnungen war die Linde zur Zeit des Blitzschlags bereits über 450 Jahre alt.
Historische Bedeutung & Kontext
Alfdorf beherbergt zwei Schlösser: das Untere Schloss (älter, Privatbesitz) und das Obere Schloss, erbaut 1602 und heute Sitz der Gemeindeverwaltung.
Georg Friedrich vom Holtz war eine zentrale Figur:
Er rettete Alfdorf laut Überlieferung während des Dreißigjährigen Kriegs vor Plünderung durch diplomatisches Geschick und stiftete Brot für Bedürftige.

Die Adelsfamilie vom Holtz, ursprünglich aus Bayern stammend, war über Jahrhunderte eng mit Alfdorf verbunden.
Die Familie vom Holtz ist eng mit der Geschichte von Alfdorf und speziell mit dem Unteren Schloss verbunden. 
Herkunft & Adelsstand
Der Ursprung der Familie liegt in Bayern, spätestens seit dem 14. Jahrhundert lassen sich Linien in Württemberg nachweisen.
Sie gehört zum württembergischen Niederadel.
Verbindung zu Alfdorf
1628 erwarb Georg Friedrich vom Holtz das Untere Schloss in Alfdorf.
Er gilt als eine zentrale Figur in der Ortsgeschichte:
Während des Dreißigjährigen Kriegs (1618–1648) soll er durch diplomatisches Geschick Alfdorf vor Plünderung bewahrt haben.
Er stiftete Brot an Bedürftige und wurde so in der Bevölkerung hoch angesehen.
Bis ins 19. Jahrhundert nutzte die Familie das Schloss als Hauptsitz.
Weitere Besitztümer
Neben dem Unteren Schloss hatten die vom Holtz auch Einfluss auf das Obere Schloss Alfdorf.
Sie waren in der Region einflussreich und besaßen weitere Güter im Schwäbischen.
Bedeutende Mitglieder
Georg Friedrich vom Holtz (1596–1666): der bekannteste Vertreter, Retter Alfdorfs im Dreißigjährigen Krieg.
Nachfolger aus der Familie führten den Besitz fort, bis sich die Linie im 19. Jh. verzweigte.
Heute
Das Untere Schloss Alfdorf befindet sich im Privatbesitz der Herren vom Holtz.
Die Familie ist also nach fast 400 Jahren noch mit dem Ort verbunden.
Die berühmte Schlosslinde steht direkt neben dem Schloss und ist als Naturdenkmal geschützt – sie ist von außen sichtbar.

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